Lücken im Lebenslauf: Wie du in der Bewerbung trotzdem überzeugst!

Sicherlich hat jeder schon einmal gehört, dass Lücken im Lebenslauf in der heutigen Arbeitswelt mehr als normal sind und man sich nicht wegen ihnen schämen muss. Schließlich müssen sich Firmen immer mehr um Talente bewerben, sodass dieser kleine Makel kein Grund ist, jemanden nicht einzustellen. Dennoch fürchten sich immer noch viele vor den berüchtigten Lücken im Lebenslauf. Schließlich will sich niemand als faul oder nicht leistungsfähig präsentieren. Aus diesem Grund halten viele ein Arbeitsverhältnis, mit dem sie nicht zufrieden sind, solange aus, bis ein neuer Job in Aussicht steht.

Doch was tun, wenn die Lücke im Lebenslauf bereits da ist? Für eine Unterbrechung in der Vita kann es viele Gründe geben. So können gesundheitliche Gründe die Ursache für eine Lücke sein oder man hat einfach keine Arbeit gefunden. Auch der einfache Wunsch nach einer Auszeit steht immer öfters hinter der Entscheidung, eine Weile nicht zu arbeiten. 

Gerade in Bewerbungssituationen reden sich viele um Kopf und Kragen, wenn es um eine kleine Unterbrechung in der Vita geht. Das muss jedoch nicht sein. Denn es kommt immer auf die ganz individuelle Situation an, ob eine Lücke problematisch ist oder nicht. Daher ist es wichtig sich darüber im Klaren zu sein, wie man eine Arbeitsunterbrechung glaubhaft begründen kann ohne die Chancen auf einen Job zu verkleinern.

Was ist eine Lücke im Lebenslauf?

Allgemein stellt die Lücke im Lebenslauf einen Zeitabschnitt dar, indem man keiner beruflichen Tätigkeit nachgegangen ist – also sich auch nicht in einer Ausbildung, Weiterbildung oder Praktikum befunden hat. Dabei sind kürzere Lücken von bis zu 8 Wochen alles andere als problematisch. Denn hinter solchen Pausen verbergen sich meistens einfache Übergangszeiten zwischen zwei Tätigkeiten.

Vor allem bei Bewerbungen fallen eher etwas längere Unterbrechungen auf. In der Regel gelten Lücken im Lebenslauf von über zwei Monaten als ungewöhnlich und sollten daher begründet werden können. Bevor du dir jedoch den Kopf darüber zerbrichst, wie du eine Pause erklären kannst, solltest du zuerst klären, ob es sich wirklich um eine Lücke im Lebenslauf handelt.

Schließlich gibt es Stationen im Leben, die zu einer Unterbrechung der Erwerbsarbeit führen, aber eigentlich nicht als richtige Lücke zählen. Dazu gehören beispielsweise Zeiten, in welchen nach dem Studien- und Ausbildungsabschluss ein Job gesucht wurde. Denn jungen Menschen ohne Berufserfahrung fällt es einfach schwerer eine passende Stelle zu finden. 

Auch ein Studienwechsel stellt strenggenommen keine Lücke im Lebenslauf dar. Die Semestertermine sind wie sie sind und du kannst keinen Einfluss darauf nehmen, wann deine Kurse weitergehen. Es macht hier auch wenig Sinn eine kleine Pause mit einer Tätigkeit zu füllen, wenn dich diese nicht voranbringt. 

Auch eine gescheiterte Selbstständigkeit ist keine klassische Lücke im Lebenslauf. Die Umstellung auf ein Angestelltenverhältnis benötigt einfach eine gewisse Zeit, in der man sich neu orientieren kann. Im besten Fall hast du über dein Scheitern nachgedacht und dabei viel über dich und deine Vorstellungen bezüglich des Jobs gelernt.

Eine weitere Unterbrechung, bei welcher Personalverantwortliche üblicherweise nicht misstrauisch werden sollten, ist die Elternzeit. Es liegt in der Natur der Sache, dass der Nachwuchs Zuwendung und einfach Zeit braucht. Das schränkt einfach die Zeit ein, die man dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. In einer modernen Arbeitswelt gilt das für Frauen und für Männer.

Bei Lücken im Lebenslauf nicht in Panik verfallen

Lücken im Lebenslauf treffen jeden früher oder später in der persönlichen Laufbahn. Gerade in der heutigen Welt, die oft aus befristeten Verträgen und sehr schwammigen Berufsbezeichnungen besteht sind die keine Seltenheit. Das wissen auch Manager:innen und Personalverantwortliche aus Unternehmen. Vor diesem Hintergrund sich Unterbrechungen in der beruflichen Biographie oder Stellenwechsel kein Ausschlusskriterium mehr.

Viele Arbeitsgeber:innen sind sogar auf der Suche nach starken Persönlichkeiten, die Wissen was sie wollen. Um wirklich herauszufinden, nach was man sich beruflich sehnt, ist es wichtig, das ein oder andere ausprobiert zu haben. Gleichzeitig zeugt es von Widerstandsfähigkeit, wenn man schon einmal die ein oder andere Niederlage einstecken musste. Aus diesem Blickwinkel wird deutlich, dass der vermeintliche Makel sogar zum Vorteil werden kann, wenn man richtig mit der Lücke im Lebenslauf umgeht.

Was tun bei einer Lücke im Lebenslauf?

Ist die Lücke da, gilt es zu aller erst Ruhe zu bewahren. Schließlich kann man an der Situation sowieso nichts mehr ändern und sie muss wie oben beschrieben auch nicht unbedingt ein Nachteil sein. Eine solche Situation haben schon viele Menschen überstanden ohne für immer in Arbeitslosigkeit oder sehr ungünstigen Jobs zu enden. Also behalte einen kühlen Kopf und mache dir systematisch Gedanken dazu, wie du mit Lücken im Lebenslauf umgehen willst.

Es lohnt sich auch offen und ehrlich zu der Lücke in deinem Lebenslauf zu stehen. Viele versuchen Unterbrechungen im tabellarischen Lebenslauf zu vertuschen oder mit Scheintätigkeiten aufzufüllen – in der Hoffnung das niemand nachfragen wird. Solche Unterfangen sind jedoch zum Scheitern verurteilt und fliegt eine Lüge auf, ist das Vertrauen zum Vorgesetzen beschädigt bevor das Arbeitsverhältnis begonnen hat.

Vielversrechender ist es, bei der Erstellung deines Lebenslaufs Unterbrechungen einen roten Faden zu geben. Stimme sie also auf die Stationen davor oder danach ab. So kannst du beispielsweise deutlich machen, dass du dich in der Phase mit bestimmten Inhalten und deine beruflichen Zukunft beschäftigt hast. Es sollte deutlich werden, dass du ein konkretes Ziel verfolgst, das du auch bei Kursänderungen nicht aus dem Auge verlierst. Im Idealfall kannst du hier sogar durch freiwillige Kurse Eigeninitiative und Zielstrebigkeit beweisen.

Bereite dich auch auf Rückfragen zu Lücken im Lebenslauf vor. Wichtig dabei ist, nicht in Rechtfertigungen zu verfallen. Schließlich bewirbt sich das Unternehmen ja auch um dich. Erkläre selbstbewusst, wie es zu einer Unterbrechung deiner Arbeit kommen konnte. Es lohnt sich auch zu überlegen, was du aus diesen Umbrüchen für Stärken entwickeln konntest: Vielleicht hast du bewiesen, dass du mit Niederlagen umgehen kanns oder dir ist klargeworden, was dir wirklich wichtig ist?

Fazit

Lücken im Lebenslauf sind sehr gefürchtet, da sie einen schlechten Eindruck vermitteln können. Jedoch gehören sie zu einer modernen Karriere und zum Leben einfach dazu, weshalb sie kein Grund zur Panik sind. Bleibe ruhig und überlege, wie du Arbeitsunterbrechungen nachvollziehbar und authentisch begründen kannst. Dabei ist es wichtig bei der Wahrheit zu bleiben. Denn lernst du aus solchen Lebenssituationen und schafft du es zu zeigen, dass sie sich auf deiner persönlichen und beruflichen Entwicklung weitergebracht haben, können sie sogar zu einem Pluspunkt werden. In diesem Sinne gilt: Mut zur Lücke!

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