Ich verdiene zu wenig! 10 Tipps wie du dein Gehalt erhöhen kannst.

Ich verdiene zu wenig! Diese Aussage wirst auch du vermutlich schon so oder so ähnlich von dir gegeben haben. Klassischerweise prallen bei Gehaltsverhandlungen zwei gegenseitige Interessen aufeinander. Dein Chef möchte vermutlich möglichst wenig Geld ausgeben, wohingegen du dir natürlich ein höheres Gehalt wünschst. Wie du diesem Schlamassel entfliehen kannst und wie du nachhaltig mehr Geld verdienst, erfährst du mit unseren 10 Tipps.

1. Notiere die Meilensteine deiner Beschäftigung!

Wenn du der Meinung bist, dass du zu wenig Geld verdienst, dann solltest du dich in erster Linie gut auf das anstehende Gehaltsgespräch vorbereiten. Mache dir im Vorfeld ruhig Stichpunkte zu deinen bisherigen Leistungen und fasse für dich zusammen, was bisher gut gelaufen ist. Du hast zum Beispiel einen neuen Großkunden angeworben? Du machst mehr Umsatz als deine Kollegen? Wunderbar! Gib deinem Chef Futter und lass ihn von deinen Erfolgen wissen. Das wird es schwieriger für ihn machen, gegen deine Gehaltsforderung zu argumentieren.

2. Sprich deinen Wunsch nach mehr Geld an.

In den meisten Fällen wird dein Chef nicht von sich aus auf dich zukommen und dir eine Gehaltserhöhung vorschlagen. Das bedeutet, dass du die Initiative ergreifen musst. Eine gute Gelegenheit kann das nächste Mitarbeitergespräch sein. Deine Leistungen werden dort vermutlich sowieso zum Thema werden und du erhältst einen guten Einstieg in die Gehaltsverhandlung. Dabei ist es natürlich essenziell, dass du dich entsprechend vorbereitet hast. Liegt das nächste Mitarbeitergespräch zu weit in der Zukunft, kannst du natürlich auch einen separaten Termin mit deinem Chef vereinbaren. Beachte aber, dass dein Chef dann die Möglichkeit haben wird sich ordentlich vorzubereiten.

3. Du machst das erste Angebot!

Vorwürfe wie: „Ich verdiene zu wenig! Ich will mehr Geld!“ haben in einer Gehaltsverhandlung nichts verloren. Bleibe stattdessen sachlich und ruhig. Du bist gut vorbereitet und weißt deine Gehaltsforderung zu begründen. Wichtig ist dabei auch, dass du das erste Angebot machst. Dein Angebot fungiert somit als Anker und es wird deinem Chef schwieriger fallen deutlich weniger zu bieten. Es kann zudem sehr hilfreich sein, eine konkrete Anpassung zu fordern. Ob diese Forderung in einem Geldbetrag oder einem Prozentsatz daherkommt, ist grundsätzlich erst einmal egal. Auch eine irrwitzig hohe Gehaltsforderung kann einen spürbaren Effekt bringen. Dabei solltest du aber bedenken, dass, ohne einen ironischen Unterton, dein Ansehen schnell absinken kann, da man dich für blöd hält. Nichtsdestotrotz können auch spaßige Kommentare für einen Anker-Effekt bei deinem Chef sorgen.

4. Denk an das Unternehmen.

Ja, auch als Angestellter darf man einen Gedanken an das Unternehmen verschwenden. Dieser Punkt hat etwas mit Timing zu tun. Der richtige Zeitpunkt für die Gehaltsverhandlung ist wichtig. Sollte das Unternehmen, in dem du arbeitest, aktuell finanzielle Probleme haben oder von einem hohen Stellenabbau betroffen sein, ist der Zeitpunkt für eine Gehaltserhöhung eher schlecht. Am besten gehst du stattdessen dann zu deinem Chef, wenn es dem Unternehmen richtig gut geht. Sollte alles gut laufen, ist dein Chef ja vielleicht sogar in Gönnerlaune und es lässt sich ein wesentlich besseres Gehalt aushandeln.

5. Steuerfreie Zuwendungen und Fahrtkostenzuschüsse.

Der Deutsche an sich ist immer sehr empfindlich, wenn es um das Thema Steuern geht. Am besten hilfst du deinem Chef dabei, Steuern zu sparen und profitierst selbst noch davon. Es gibt diverse Gehaltsbestandteile, die lediglich durch deinen Chef pauschal besteuert werden müssen. Oftmals fällt dann zusätzlich auch keine Sozialversicherung an. Die Abgaben für dich und deinen Chef sinken also. Eine der beliebtesten Varianten sind Warengutscheine, da diese bis zu einem bestimmten Betrag weder Steuern noch Sozialversicherungsbeiträge auslösen. Umgerechnet hast du den Betrag dann jedoch mehr zur Verfügung.


Zudem stehen auf der Liste Fahrtkostenzuschüsse oder, wenn die Voraussetzungen gegeben sind, Spesenzuschüsse ganz weit oben. Auch hier profitieren beide Seiten von einer pauschalen Versteuerung. Außerdem wird der Chef so, wenn er eine vorherige Gehaltsforderung abgelehnt hat, psychologisch zum Handeln bewegt.

6. Nachverhandlungen sind kaum möglich.

Mache dir im Vorfeld zu dem Gespräch Gedanken über deinen Marktwert und finde heraus, welches Gehalt angemessen ist und welches Gehalt du beziehen möchtest. Wer bei der Verhandlung zu wenig Geld fordert, kann nicht einen Monat später wieder mehr Geld verlangen. Zwischen den einzelnen Gehaltsverhandlungen sollten mindestens 12 bis 24 Monate liegen. Ausnahmen kann es aber geben. Beispielsweise dann, wenn du gerade aus der Probezeit rauskommst, dein Vertrag unbefristet wird oder du dem Unternehmen einen guten Nutzen gebracht hast.

7. Achte auf deine Argumente.

Argumente wie: „Ich verdiene zu wenig. Der Thomas bekommt viel mehr“, zeugen vielmehr von Trotz als von Qualität. Sein Gehalt mit dem von anderen Kollegen zu vergleichen ist nicht nur schlechter Stil, sondern schadet auch dem eigenen Ansehen. Bleib daher auf jeden Fall sachlich und lege deine Vorteile dar. Du läufst außerdem Gefahr, dass du deinen Kollegen, der ja dann augenscheinlich mit dir über sein Gehalt gesprochen hat, beim Chef in Ungnade verfallen lässt. Im Sinne des Betriebsklimas sollte es daher bei der Gehaltsverhandlung um dich gehen und nicht um andere.

8. Vertrauen ist gut, Schreiben ist besser!

Halte auf jeden Fall das Ergebnis deiner Gehaltsverhandlung schriftlich mit deinem Chef fest. Im Idealfall führst du ein kurzes Protokoll mit dem Ergebnis der Verhandlung und lässt dieses von deinem Chef unterschreiben. Das verhindert Diskussionen im Anschluss. Manch ein Chef wird sich mitunter vielleicht nicht mehr an das Gesprochene erinnern können oder wollen und du stehst wieder am Anfang.

9. Investiere in deine Bildung.

Um mehr Gehalt verlangen zu können, sollten auch deine Fähigkeiten weiter steigen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass wenn du jahrelang die gleichen Aufgaben machst, dein Gehalt sich nicht sonderlich nach oben verändern wird. Sei stattdessen lieber vielfältig und ein Mehrgewinn für deinen Chef. Investiere in deine eigene Bildung und versuche dich in Eigeninitiative für den Job weiterzubilden. So wirst du ein wertvoller Mitarbeiter und hast eine ganz andere Verhandlungsbasis.

10. Schlechte Argumente.

Wer mit seinen privaten Kosten argumentiert, wird vermutlich keinen Erfolg bei der Gehaltsverhandlung haben. Es dürfte den Vorgesetzten in den wenigsten Fällen interessieren, dass deine Miete zu hoch ist und jetzt auch noch eine teure Autoreparatur ansteht. In eine Gehaltsverhandlung gehören ausschließlich Argumente, die sich auf deine Leistung bei der Arbeit beziehen. Alles anderen lässt dich lächerlich wirken und schmälert dein Ansehen.

Fazit

Eine Gehaltserhöhung von 10 oder 20 Prozent ist auf jeden Fall möglich. Dabei solltest du aber immer beachten, dass es sich dabei nicht um einen Selbstläufer handelt. Zu einer Gehaltsverhandlung gehört eine gute Basis Know-how und du solltest deinen eigenen Wert genau kennen. Vielleicht übst du die Gehaltsverhandlung sogar vorher schonmal mit einem Bekannten? Das schafft Sicherheit und sorgt dafür, dass dir die nötigen Argumente im Gespräch einfach über die Lippen kommen. Hoffentlich gehören die Worte „Ich verdiene zu wenig“ mit unseren Tipps bei dir bald der Vergangenheit an.

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