Wie du trotz Arbeitslosigkeit motiviert und positiv bleibst

Ob du zu den Universitäts-Absolventen mit Summa-Cum-Laude-Abschluss oder zu den frühen Schulabgängern ohne fundierte Ausbildung gehörst: Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Abhängig davon, wie das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage deiner Qualifikationen in der Umgebung ist, kann es sein, dass sich die Jobsuche mühsam und langwierig gestaltet.

Die ersten Tage der neuen Freiheit mögen sich noch sehr gemütlich anfühlen, doch mit der Zeit wird sich ein ungutes Gefühl einstellen, weil dir die Routine verloren geht. Vielleicht stehst du später auf, nur um dich dann mit Junk-Food auf die Couch zu mümmeln. Vielleicht reizt dich schon am Vormittag das eine oder andere Bier und die körperliche Aktivität sinkt auf ein Minimum. Das wiederum führt dazu, dass du nicht wirklich müde wirst, später ins Bett gehst und dann, nach einer Nacht unruhigen Schlafes später aufstehst als während der Arbeitszeit, denn: Es wartet ja nur ein weiterer langweiliger Tag auf dich, richtig?

So oder so ähnlich kann der Teufelskreis anfangen, in den ein Mensch rutscht, der seinen Beruf verliert oder nach der Ausbildung keine Stelle bekommt. Tatsächlich muss das aber nicht sein. Es gibt zahlreiche Wege, wie du dich trotz längerer Arbeitslosigkeit motiviert halten kannst, auch ohne große finanzielle Ressourcen dafür aufzuwenden. Mit den folgenden Tipps springst du ganz leicht über das Loch, in das Arbeitslose fallen können.

1. Routine schaffen trotz Arbeitslosigkeit

Da die Arbeit einen Großteil des Alltags bestimmt, gibt sie unseren Tagen vor allem eins: Struktur. Mit dem Wegbrechen dieser Struktur kommt häufig ein wenig Chaos in das Leben eines Unbeschäftigten, weshalb es hilfreich sein kann, sich erneut Routinen zu schaffen. Plane, wann du aufstehen möchtest, bereite dir ein gesundes Frühstück zu und/oder gehe einer sportlichen Routine nach.

Bereits feste, gesunde Morgenrituale können der Schlüssel zu einem positiveren Tag sein. Nachdem du aber gerade in der Arbeitslosigkeit nicht stillsitzen darfst und dich um einen neuen Job bemühen solltest, kannst du die Jobsuche, inklusive dem Verfassen von Bewerbungen, zu einer Art Home-Office-Tätigkeit werden lassen. Strukturiere dir einen „Arbeitstag“ um die Jobsuche; so erhältst du dir Routine und hast das Gefühl, tätig gewesen zu sein.

2. Fit fürs Berufsleben

Gleichgültig, in welchem Gewerbe du tätig warst oder werden möchtest: Ein Arbeitgeber wird dich nicht einstellen, wenn du bereits beim Bewerbungsgespräch einen physisch und psychisch labilen Eindruck machst. Anstatt also im Zuge deiner Arbeitslosigkeit in ungesunde Muster wie zu wenig Bewegung, unregelmäßiges, ungesundes Essen und zu viel Alkoholkonsum zu verfallen, solltest du dich für den beruflichen Wiedereinstig fit halten.

Du hast nun Zeit, die du in dich selbst und deine Gesundheit investieren kannst. Beginne eine neue sportliche Routine oder entdecke Sportarten wieder neu, für die du während der Arbeit keine Zeit gefunden hast. Nimm wahr, wie viel Spaß gesundes, kreatives Kochen machen kann. Wenn dir das Kochen und Backen allein und für nur eine Person nicht zusagt, kannst du dich auch nach Bekannten umsehen, die vielleicht gerne gemeinsam kochen. Oder eventuell gibt es in deiner Umgebung eine Kantine mit günstigem Menü.

Wie auch immer das für dich aussieht und was auch immer das für dich bedeutet: Arbeite auch oder gerade in der Arbeitslosigkeit an deiner Gesundheit. Das ist auf mehreren Ebenen gut für die Zukunft. Vergiss auch nicht, deine grauen Zellen fit zu halten. Wenn du später wieder ins Berufsleben einsteigen möchtest, wirst du dir selber dafür danken, wenn du nicht zulässt, dass du das Lernen verlernst, weil ein neuer Job gerade in der Anfangsphase viele Lernprozesse voraussetzt. Such dir kognitive Herausforderungen, Online-Kurse, lerne eine Sprache oder suche dir Wege, dich anderweitig weiterzubilden, um dein Gehirn jung zu halten.

3. Mach dich nützlich

Viele Arbeitslose bekommen früher oder später das Gefühl, sie seien zu nichts zu gebrauchen. Sie denken, sie wären sogenannte Taugenichtse, weil sie nichts haben, wofür sie ihre Talente einsetzen oder ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellen können. Tatsächlich gibt es aber viele Menschen, Tiere, Organisationen und Projekte, die für deine Hilfe als wertvolle Ressource sehr dankbar wären. Wenn es eine Thematik gibt, die dir sehr am Herzen liegt – seien es Menschen oder Tiere in Not, der Umwelt- oder Klimaschutz oder die Umsetzung eines gemeinnützigen Projektes – solltest du nicht zögern, dich zu engagieren.

Zusätzlich zu dem guten Gefühl, das es in dir verbreiten wird, Gutes zu tun und gebraucht zu werden, macht sich ehrenamtliche Arbeit auch im Lebenslauf gut und du wirst sehen, dass die Struktur, die die regelmäßige Betätigung mitbringt, wahre Wunder im Hinblick auf dein Selbstwertgefühl wirkt. Wohltätige Organisationen sind häufig nicht nur für monetäre Spenden dankbar, sondern schätzen auch eine verlässliche, helfende Hand.

4. Topinformiert und auf dem neuesten Stand

Bedenke, dass die Zeit in der Branche, in der du tätig werden willst, nicht stillsteht. Zwar hast du vielleicht eine hochkarätige Ausbildung genossen, aber mit jedem neuen Fortschritt der Technik auf deinem Fachgebiet entfernst du dich von der Fähigkeit, kompetent zu agieren. Bevor du durch zu lange Inaktivität in deiner Branche „weg vom Fenster“ gerätst, solltest du dir überlegen, wie du dich sinnvoll über die aktuellen Forschungsmeinungen, Methoden und Verfahren informiert halten kannst. Bilde dich durch Fachzeitschriften, Internetrecherche und wissenschaftlich fundierte Lektüre weiter oder tritt in Kontakt mit ehemaligen Mitarbeitern, die dich auf dem Laufenden halten. Somit hältst du auch dein Gehirn fit und vermeidest, dass es durch eine zu lange Phase kognitiv geringer Anforderungen an neuronaler Plastizität verliert, sprich, du dich später mit dem Lernen schwerer tun wirst.

5. Sozial und teamfähig

Wie bereits angerissen ist in einer so herausfordernden Situation wie einer längerfristigen Arbeitslosigkeit die Psyche häufig sehr vulnerabel. Psychohygiene ist auf mehreren Ebenen wichtig und das schließt auch den Gemeinschaftssinn ein. Wer permanent nur untätig allein in der Wohnung hockt, kann auch vereinsamen, was ein schlechtes Selbstbild und den „mich mag keiner“-Gedanken fördert.

Der einfachste Weg, um dem zu entkommen, ist der Kontakt mit anderen. Ob im Zuge der ehrenamtlichen Tätigkeit oder in Weiterbildungskursen, bei einem neuen oder alten Hobby oder bei einem entspannten Abend mit den Freunden: Hol dir Menschen ins Boot, die du magst und die dich in deiner schwierigen Phase unterstützen. Optimal ist es, wenn du sowohl neue Kontakte knüpfen als auch Kraft aus bestehenden Freundschaften schöpfen kannst. Sozialisierung vertreibt häufig depressive Verstimmungen und kann ein Selbstwert-Booster sein, weil dir deine Bekannten und Geliebten aufzeigen können, wie wertvoll du bist. Und wer weiß, vielleicht kennt auch jemand von deinen Kontakten wen, der wen kennt, der dir einen Job anbieten könnte.

6. Was wollen die von dir?

Wenn du nicht weißt, wie du an eine Bewerbung herangehen musst, gibt es zwar nicht die eine Universallösung, dafür aber einen hilfreichen Tipp: Denk immer ressourcenorientiert und kehre deine Vorzüge heraus, ohne Arroganz zu vermitteln. Versuche außerdem, aus Absagen zu lernen. Es kann sein, dass du zu viele, aber qualitativ nicht so hochwertige Bewerbungen verschickt hast oder im Gegenteil, wenige, zu ausführliche. Zu deinem momentanen Job gehört es auch, dass du deine Bewerbungs-Technik verfeinerst.

Das bedeutet ausführliche Recherche über die Tätigkeiten und Werte der Unternehmen, bei denen du dich bewirbst sowie eine Verbesserung deiner Fähigkeiten beim Verfassen von Motivations- und Bewerbungsschreiben. Manche Unternehmen setzen heute nicht mehr auf Bewerber mit lückenlosen Lebensläufen oder exzellenter Ausbildung, sondern fokussieren die Soft Skills und Persönlichkeiten ihrer Bewerber – auch darauf musst du vorbereitet sein.

7. Bleib zuversichtlich und motiviert

Wenn sich Absage an Absage reiht, ist es vielleicht schwierig für dich, deiner Situation etwas Positives abzugewinnen. Denk aber immer daran, dass ein positives Mindset Probleme am ehesten löst. Es kann frustrierend sein, wenn du das Gefühl hast, ständig in der Warteschleife zu hängen und auf Antworten zu warten, nur um dann wieder eine Absage zu bekommen und erneut warten zu dürfen.

Auch Behörden und finanzielle Probleme können dich bedrücken und deine Geduld auf eine harte Probe stellen, aber: Denk immer daran, dass auf Regen Sonnenschein folgt und du mit der richtigen Einstellung und Motivation viel eher einen Arbeitgeber beeindrucken wirst als mit Resignation. Vielleicht tut sich ja plötzlich irgendwo ein erfolgversprechendes Türchen auf.

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