Mobbing am Arbeitsplatz: 5 Strategien gegen Mobbing am Arbeitsplatz

Mobbing am Arbeitsplatz: 5 Strategien gegen Mobbing am Arbeitsplatz

In der Vergangenheit haben zahlreiche unterschiedliche Umfragen ergeben, dass für erwerbstätige Menschen das Kollegium zu den Dingen gehört, die sie am meisten an ihrem Arbeitsplatz schätzen. Wer in seinem beruflichen Alltag gute und freundliche Kollegen um sich hat, der erfreut sich auch oft an einem angenehmen Arbeitsklima. Und gerade dieses Klima gehört eben zu den Aspekten, die von vielen Berufstätigen als äußerst wichtig angesehen werden. Mit den richtigen Menschen um einen herum wird die Zeit auf der Arbeit um ein vielfaches angenehmer, was insgesamt einfach eine deutlich erhöhte Lebensqualität bedeutet, da wir ja immerhin (im Schnitt) sehr viel von unserer Lebenszeit am Arbeitsplatz verbringen. Ein derartiges Verhältnis zu Kollegen ist jedoch leider nicht die Regel. Insbesondere dann, wenn es Mobbing am Arbeitsplatz gibt.

Tatsächlich ist es gar nicht so selten, dass die kollegialen Beziehungen innerhalb einer Firma alles andere als angenehm sind. Oft wird hinter dem Rücken des anderen getuschelt oder gelästert, wichtige Informationen werden einem nicht mitgeteilt, und die eigene Arbeit wird oft ohne jeglichen Grund kritisiert und schlechtgemacht. Sollten innerbetriebliche Verhältnisse solche Züge annehmen, dann ist von Mobbing am Arbeitsplatz die Rede.

Weitere Aspekte zu diesem Thema, sowie insgesamt fünf Strategien gegen das Mobbing lassen sich in diesem Artikel finden.

Wie sieht Mobbing am Arbeitsplatz aus?

Laut diverser Schätzungen haben wir hierzulande etwa 1,5 Millionen erwerbstätige Menschen, die in ihrem beruflichen Alltag mit Mobbing zu kämpfen haben. Solch ein unangebrachtes Verhalten findet unabhängig von Job, der Branche und der Firma statt, und lässt sich nicht nur in Deutschland, sondern auch in der gesamten restlichen Arbeitswelt wiederfinden. Im Regelfall äußerst sich Mobbing zunächst durch ein Verhalten, durch das andere Menschen herabgewürdigt oder ausgegrenzt werden.

Abgesehen von der Verbreitung von Lügen zeichnet sich Mobbing auch häufig durch Spott und Häme, sowie weitere ähnliche Gemeinheiten aus. Der Täter gibt dabei selten das Motiv preis, warum er sich eigentlich gegenüber anderen Menschen so verhält. Oft hängt solch ein Verhalten stark mit einem geringen Selbstbewusstsein des Täters zusammen. Aber auch generelle Unsicherheit und Neid spielen dabei oft eine große Rolle. Ein wirklicher Plan, der ein konkretes Ziel verfolgen soll, steckt in den seltensten Fällen hinter Mobbing.

Zwei Kerneigenschaften von Mobbing

Wiederholendes Verhalten: Damit Spott, Häme, oder eine Schikane anderer Art auch als „Mobbing“ klassifiziert werden kann, muss ein derartiges Verhalten über einen längeren Zeitraum stattfinden. Schließlich handelt es sich nicht bei jedem Vorfall dieser Art unbedingt immer um gezielten Psychoterror, der einen fertig machen soll. Damit auch wirklich Mobbing als solches nachgewiesen und dokumentiert werden kann, ist deshalb im Vorfeld ein entsprechender Leidensweg vonnöten. 

Systematisches Verhalten: Erst dann, sobald sich solche bösartigen Handlungen durch Mitarbeiter zielgerichtet gegen eine oder mehrere Personen richten (also „systematisch“ sind), liegt auch eine wirkliche Straftat vor. Solange sich dieses unschöne Verhalten aber lediglich auf ein paar einzelne, nicht regelmäßig stattfindende Vorfälle beschränkt, können solche Aktionen noch als „Ausrutscher“ bezeichnet und entschuldigt werden.

Mobbing am Arbeitsplatz – Gegenmaßnahmen

Wer in seinem beruflichen Alltag neben dem ganzen Stress im Job noch zusätzlich mit feindseligen Aktionen der Kollegen (und ggf. auch Vorgesetzten) klarkommen muss, der ist während des Arbeitstages nochmal zusätzlicher, unangenehmer Belastung ausgesetzt. Sobald man selbst also mit Mobbing am Arbeitsplatz konfrontiert wird, sollten (vor allem auf lange Sicht) entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden, um das Mobbing zu unterbinden.

Möglichkeit 1 – das Gespräch suchen

Sobald man auf der Arbeit das Gefühl hat, dass man Opfer von Mobbing wird, bzw. geworden ist, dann empfiehlt es sich zunächst immer, ein klärendes Gespräch mit dem Täter zu suchen. Schließlich ist es ja auch möglich, dass hinter einer einzelnen Schikane dieser Art gar keine böse Absicht steckt, und es daher sein kann, dass sie nur als harmloser Spaß unter Kollegen oder Bekannten gemeint ist. Gerade dann, wenn derartige Aktionen nicht böse gemeint sind, rentiert sich ein konstruktives Gespräch umso mehr, damit der „Täter“ Bescheid weiß, wann (bzw. ob) er mit seinem Verhalten eine Grenze überschreitet, oder bereits überschritten hat.

Möglichkeit 2 – den Mobber auffordern

Sollte ein konstruktives Gespräch keine Besserung nach sich ziehen, und die Schikane weiterhin anhalten, dann sollte der Täter schriftlich dazu aufgefordert werden, dieses Verhalten zu unterlassen. Durch solch ein Schriftstück kann dem Mobber auch direkt mitgeteilt werden, dass man rechtliche Schritte einleiten, und den Chef über diese Aktionen in Kenntnis setzen wird. Als Opfer ist es auch sehr ratsam, dabei ein sogenanntes »Mobbing-Tagebuch« zu führen. Sollte aus dem Ganzen nämlich ein Rechtsstreit werden, dann liegt die Beweispflicht in der Regel bei den Opfern. Und da den Tätern ihr Verhalten oft nicht nachgewiesen werden kann (durch Zeugen oder ähnliches), sollte man als Opfer stets sämtliche Schikanen in einem solchen Tagebuch festhalten – mit Täternamen, Tatzeit und Beschreibung des Mobbings. Dadurch ist gewährleistet, dass man als Opfer im Rechtsstreit zumindest einige Beweise für das Mobbing am Arbeitsplatz liefern kann.

Möglichkeit 3 – dem Mobber Paroli bieten

Sollte der Täter immer noch nicht mit seinen Aktionen aufhören, oder sogar weitere Mitarbeiter zum Mobbing anstiften, dann muss man als Opfer selbst in Aktion treten. Als Erstes gilt es, mit dem Täter unter vier Augen Klartext zu reden. Im Anschluss können (bzw. sollten) auch Zeugen diesem Gespräch beiwohnen. Auch der Betriebsrat sollte über diese Angelegenheit in Kenntnis gesetzt werden. In jedem Fall ist es wichtig, das schikanierende Verhalten des Mobbers vor anderen Mitarbeitern offenzulegen, und ihm zu verdeutlichen, dass eine Fortsetzung seines Verhaltens rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen wird. Allerdings sollte darauf geachtet werden, vor diesem ersten Klartext-Gespräch unter vier Augen über genügend aussagekräftige Beweise für das Mobbing des Täters zu verfügen.

Möglichkeit 4 – den Mobber ignorieren

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, gegen einen Mobbing-Täter aktiv zu werden. Diese besteht jedoch in erster Linie darin, sich möglichst passiv zu verhalten, in dem man selbst auf die Schikanen keinerlei Reaktionen mehr zeigt. Eines der Hauptmotive beim Mobbing ist das Herbeiführen von Eskalationen, in denen das Mobbing-Opfer schlecht vor allen anderen dasteht. Wer jedoch sämtliche Mobbing-Versuche des Täters konsequent ignoriert, und ihm auf diese Art und Weise die kalte Schulter zeigt, der vereitelt die Pläne des Mobbers, da dieses Verhalten zur Deeskalation des Ganzen führt. In vielen Fällen gibt der Täter dann recht schnell auf, sobald er feststellt, dass ihn seine sämtlichen Gemeinheiten nicht ans gewünschte Ziel bringen.

Möglichkeit 5 – der Rückzug

Sollten all diese Methoden gegen Mobbing am Arbeitsplatz keinerlei Besserung zur Folge haben, dann bleiben einem als Mobbing-Opfer nur zwei Optionen übrig: Entweder, man geht mit dieser ganzen Angelegenheit zum Chef, oder man verlässt selbst die Firma. Beim Gespräch mit dem Chef ist es äußerst wichtig, stets sachlich zu bleiben. Wer dabei zu emotional wird, riskiert seinen Ruf im Unternehmen. Darüber hinaus empfiehlt es sich, mit dem Vorgesetzten über andere Jobmöglichkeiten im gleichen Betrieb zu sprechen. Die Kündigung sollte in jedem Fall das letzte Mittel sein, zu dem Mobbing-Opfer greifen sollten. Zumal die Kündigung des Opfers häufig genau das ist, was der Täter mit seinen Schikanen überhaupt erreichen wollte. Dies ist besonders häufig dann der Fall, wenn es sich bei dem Täter auch um den Chef handelt.


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