Selbstständig nach dem Studium: Vor- und Nachteile

Selbstständig nach dem Studium: Vor- und Nachteile

Viele junge Menschen träumen davon, sich in die Selbstständigkeit nach dem Studium zu begeben. Während manche schon eine zündende Geschäftsidee haben, schwebt anderen eine freie Gestaltung ihrer Arbeitszeit vor. Die Gründe für Selbstständigkeit sind vielseitig. Es gibt Vor- und Nachteile, die wir dir in diesem Artikel näher erläutern.

Gründe, sich selbstständig zu machen

Sich selbstständig zu machen, kann viele Ursachen haben. Die einen wünschen sich einen flexiblen Arbeitsalltag und möchten selbst entscheiden können, wann sie arbeiten. Die anderen, haben bereits eine Geschäftsidee, die sie realisieren möchten. In manchen Studiengängen ist es recht normal, sich nach dem Studium selbstständig zu machen, zum Beispiel als Zahnarzt oder als Anwalt. Der Wunsch, sich selbst zu finden oder eigene Wünsche zu realisieren, können ebenfalls Gründe dafür sein, sich selbstständig nach dem Studium zu machen. Auch die erfolglose Suche nach einem Arbeitsplatz kann dazu führen, sich selbstständig zu machen.

Selbstständig nach dem Studium: Die größten Vorzüge

Eins der größten Vorteile ist, dass du keinen Vorgesetzten hast, der dir Anweisungen gibt. Du bist dein eigener Chef und kannst deinen Arbeitsalltag flexibel und nach deinen eigenen Bedürfnissen gestalten. Keiner schreibt dir vor, ob du um 7 Uhr morgens mit der Arbeit beginnst oder erst um 10 Uhr. Wobei dir klar sein sollte, dass erfolgreiche Unternehmer in der Regel viel arbeiten. Ein weiterer Vorteil ist es, dass du selbst bestimmen kannst, was deine Arbeitsleistung kostet. Du legst eigene Stundensätze fest, beziehungsweise die Preise für deine Produkte oder Dienstleistungen. Je nachdem, in welcher Branche du tätig bist, kannst du dir selbst aussuchen, welche Projekte du umsetzt und mit wem du gerne zusammenarbeiten willst.

Der Traumjob und viele Möglichkeiten

Viele träumen von einer Selbstständigkeit nach dem Studium. Du kannst dich in deinem Traumjob verwirklichen und genau das tun, was du möchtest. Das ist einer der am meisten geschätzten Vorteile der Selbstständigkeit. Wer bereits im Studium Kontakte geknüpft hat, beispielsweise als Werkstudent oder Praktikant, profitiert später davon, wenn er sein eigenes Unternehmen hat. Zudem bringen dir Jobs als Werkstudent wertvolle Erfahrungen, die du in dein eigenes Unternehmen einbringen kannst.

Kleine Auszeiten sind möglich

Ein Pluspunkt ist, dass du als Unternehmer deinen Arbeitsalltag selbst bestimmst. Im Hochsommer kannst du selbst entscheiden, ob du mittags ins Schwimmbad liegst und dafür morgens und abends arbeitest. Im Gegensatz zu Angestellten bist du niemandem eine Rechenschaft schuldig und kannst selbst deine Auszeiten bestimmen. Selbstständig arbeiten fordert die Selbstdisziplin und die Eigenverantwortung. Du lernst dich zu strukturieren.

Ein Nachteil ist die hohe Verantwortung

Als Selbstständiger hast du sehr viel Verantwortung. Neben deiner Arbeit musst du Kunden akquirieren, die Buchhaltung machen oder delegieren oder Geschäftskontakte pflegen. Außerdem musst du dich um deine eigene Absicherung kümmern, das heißt um die Krankenkasse, Versicherungen und deine Altersvorsorge. Als Unternehmer erhältst du im Alter keine gesetzliche Rente. Zudem musst du dir überlegen, wie du Krankheit und Urlaub abdecken kannst, denn im Gegensatz zu Angestellten erhältst du keine Lohnfortzahlungen, wenn du krank oder im Urlaub bist. Du musst dich also um alles selbst kümmern. Das kann viel Zeit beanspruchen. Nicht umsonst sagt man, dass Selbstständige selbst und ständig arbeiten.

Verantwortung für sich und andere

Eine weitere Frage, die in deine Entscheidung reinspielt ist die Frage, ob du dich nur um dich kümmern musst oder vielleicht sogar Verantwortung für eine Familie hast. Hast du bereits Kinder, muss deine Absicherung natürlich noch besser sein, was entsprechend mehr kostet. Verantwortung trägst du auch, wenn du Angestellte hast. Je nachdem, was du für ein Unternehmen gründest, kann es sein, dass du sofort Menschen in deinem Betrieb anstellen musst. Du trägst auch für sie Verantwortung und ihre Familien, denn sie benötigen das Geld für ihren Lebensunterhalt. Das kann ein großer Ansporn für dich als Unternehmer sein, aber auch eine Last und Verpflichtung.

Schwankende Auftragslage führt zu Unsicherheit

Als Selbstständiger kommt dein Gehalt nicht automatisch, sondern nur dann, wenn du genügend Aufträge hast und Geld verdienst. Selbstständig nach dem Studium heißt, dass du im einen Monat sehr viel Geld verdienen kannst, während du im nächsten Monat fast keine Aufträge hast. Das ist natürlich auch von der Branche abhängig, in der du arbeiten willst und der allgemeinen wirtschaftlichen Lage. Die Durststrecke ist vor allem dann problematisch, wenn du Schulden hast, beispielsweise BAföG, Konsumschulden oder Studienkredite. Wenn du selbstständig arbeitest, hast du keine finanzielle Sicherheit. Deshalb musst du immer Rücklagen haben, um solche Zeiten zu überbrücken. Das könnte heißen, dass du die ersten Jahre auf viel verzichten musst, um diese Rücklagen aufzubauen.

Ohne Erfahrung selbstständig machen?

Wer anderen erzählt, dass er sich direkt nach dem Abschluss selbstständig macht, muss mit Kritik rechnen. Viele werden dir sagen, dass du erst einmal Erfahrung im Beruf sammeln sollst. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Menschen, die dir sagen, dass man in der Selbstständigkeit viel schneller wertvolle Erfahrungen sammeln kann. Einen richtigen Standpunkt gibt es hier nicht. Von Vorteil ist auf jeden Fall, wenn du bereits während dem Studium Kontakte geknüpft hast und Praktika absolviert hast. Abgesehen davon, kannst du auch als Selbstständiger Weiterbildungen und Workshops besuchen. Gerade für Existenzgründer, die selbstständig nach dem Studium werden wollen, gibt es ein sehr großes Schulungsangebot. Alternativ könntest du deine Selbstständigkeit auch im Nebengewerbe ausbauen und hauptberuflich als Angestellter Erfahrungen sammeln.

Wie du eine Entscheidung triffst

Die Entscheidung, ob du selbstständig nach dem Studium arbeiten möchtest, kann dir niemand abnehmen. Bevor du dich entscheidest, kannst du dich aber beraten lassen. Es gibt für Existenzgründer viele Beratungsangebote zum Beispiel von den Handwerkskammern und von der Industrie- und Handelskammer (IHK). Die Arbeitsagentur für Arbeit ist ein Ansprechpartner und beantwortet Fragen rund um dein Start-up. Außerdem kannst du unter bestimmten Voraussetzungen den Gründerzuschuss beantragen, beispielsweise wenn du mindestens 150 Tage Arbeitslosengeld bezogen hast und deine Selbstständigkeit hauptberuflich ausführen willst. Wichtig ist es, sich den Vor- und Nachteilen der Selbstständigkeit bewusst zu werden.

Entscheidung muss nicht für immer sein

Einen richtigen Weg für das Berufsleben gibt es nicht. Abgesehen davon ist deine Entscheidung nicht in Stein gemeißelt. Eine Selbstständigkeit kann auch wieder aufgegeben werden, wenn sich herausstellen sollte, dass es nicht der richtige Weg für dich ist. Zugleich kann die Selbstständigkeit nach dem Studium aber auch der Einstieg in ein schönes Berufsleben als Unternehmer sein. Wenn du dir absolut unsicher bist, kannst du auch Treffen von Unternehmern besuchen und Kontakte knüpfen. Viele Unternehmer standen selbst einmal vor der Entscheidung und geben jungen Gründern gerne wertvolle Ratschläge.


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