Präsentationstechniken: Ein kurzer Überblick

Präsentationstechniken: Ein kurzer Überblick

Im Berufsfeld des Projektmanagers (oder auch die Projektmanagerin im Folgenden benutzen wir der Einfachheit halber nur eine Form) musst du des öfteren Projekte vorstellen, auf welche Art und Weise auch immer. Um das möglichst professionell zu gewährleisten, solltest du über verschiedene Präsentationstechniken, die dir bei deiner Vorstellung helfen können Bescheid wissen und diese auch anwenden können. Dann steht einer guten Präsentation für die Firmenkunden nichts mehr im Wege. Wir wollen dir hier ein paar Präsentationstechniken vorstellen.

Pitch

Unter einem Pitch (auch bekannt unter der Bezeichnung „elevator pitch“) versteht man so eine Art „Verkaufsgespräch“. Das englische Wort „elevator“ bedeutet soviel wie Fahrstuhl. Es gibt da eine kleine Anekdote, wie daher dieser Begriff zustande kam. Eine Firmengründerin mit einer fantastischen Geschäftsidee war auf der Suche nach Geldgebern. Genau in dem Moment, als sie sich im Aufzug befindet, steigt ein sehr reicher Mann hinzu. Sie überlegt kurz, wie sie diesen möglichst schnell begeistern kann. Schließlich würde die gemeinsame Fahrstuhlreise bald enden. Das ist die Situation, die du dir unter besagtem elevator pitch vorstellen kannst. Projektmanager, welche im gemeinnützigen Bereich tätig sind, befinden sich jedoch selten in diesem bildlichen Aufzug. Dennoch kann es auch dir passieren, dass du ein Projekt in kürzester Zeit präsentieren musst. Konferenzen, ein zufälliges persönliches Gespräch oder auch Arbeitstreffen kämen für solch eine überraschende Situation in Frage. 

Kann ich „Pitch“?

Jetzt überleg einen Moment. Wärst du in der Lage, ein eigenes Projekt oder eine geniale Idee innerhalb einer halben Minute einem Fremden vorzustellen? Der Pitch“ ist in diesem Falle das kleine Helferlein. Hast du die Möglichkeit, den Pitch zu planen, dann wäre ein möglichst aussagekräftiges Foto aus deinem Projekt perfekt. Denn bekanntlich sagen Bilder wesentlich mehr als Worte. Zudem spart dies enorm an Zeit. Mit einem Blick ist dem potenziellen Investor klar, was sich hinter der Idee verbirgt. Auch wäre eine Möglichkeit, um Bilder sprechen zu lassen, einen Gegenstand zu zeigen. Das bleibt dem Gegenüber wesentlich besser in Erinnerung als Worte.

Präsentation

Eine weitere Möglichkeit aus dem Bereich der Präsentationstechniken ist die Präsentation. Bei dieser handelt es sich um eine wesentlich zeitaufwendigere und ausführlichere Alternative wie beim Pitch, ähnlich dem Referat früher in der Schule, dass du auch wohl kennst. Heute ist im Unterricht mittlerweile auch jedem Schüler das Wort „Power Point“ ein Begriff. Diese Software dient eben genau dazu, längere Referate präsentieren zu können.

Zu Hause wird alles brav vorbereitet, von Wikipedia kopiert, vielleicht ein bisschen umgeschrieben, ein paar Bilder von woanders geklaut und fertig ist sie, meine perfekte Präsentation, die mindestens über eine halbe Stunde geht und wenigstens zum gewünschten „Gut“ durch den Pauker führt. Bitte nimm das jetzt nicht ganz Ernst, was ich eben geschildert habe. Was in der Schule gut funktioniert, reicht im Berufsleben noch lange nicht. Da sollte die Präsentation schon etwas professioneller sein. Power-Point (was die früheren Flipcharts aus den 90ern abgelöst hat) ist sicherlich eine gute Grundlage, wenn man es beherrscht. 

Wie halte ich dann eine ordentliche Präsentation?

Wie gesagt, Power-Point ist eine prima Idee, die bei den Präsentationstechniken sehr hilfreich sein kann. Doch stell dir die Frage, was du dir wünschst, wenn du einer solchen Präsentation folgen sollst. In der Schule bist du vielleicht auch schon beim Referat eines Mitschülers eingeschlafen. Aber woran lag das? Hoffentlich nicht an der Übermüdung vom Vortag nach einer durchzechten Nacht. Nein, Spaß beiseite mit hinreichender Wahrscheinlichkeit war des das langweilige Thema oder der noch langweiligere Mitschüler. Was damit gesagt werden soll: Du musst dein Gegenüber mit deiner Präsentation fesseln. Er muss aus eigenen Antrieb, also intrinsisch motiviert werden, die Präsentation bis zum Ende verfolgen zu wollen. 

Wie begeistere ich mein Gegenüber?

Es gibt Menschen, die haben eine Naturbegabung. Die können das einfach. Doch diese Gabe ist eher selten. Wenn du diese Begabung nicht hast, wenn du so etwas wie Lampenfieber hast, wenn du vor anderen reden musst, dann steck den Kopf nicht in den Sand. Das ist vollkommen normal. Fast jeder Mensch hat das. Während des Studiums musste ich damals ein sechswöchiges Seminar mit dem Titel „Verhaltenstraining und Kommunikation“ belegen. Dieses hat mir sehr weitergeholfen, eigene Ängste zu überwinden und zudem das Gegenüber mit den eigenen Worten zu begeistern.

Jeder kann das erlernen. Je öfter du Vorträge hältst, umso mehr Selbstvertrauen bekommst du. Interessant war bei diesem Seminar, dass Videoaufnahmen von den Präsentationen gemacht wurden und anschließend analysiert wurden. Der Präsentierende sah sich dann in dem Feedbackgespräch der Gruppe meist selber kritischer als alle anderen. Der kurze Versprecher fällt den meisten gar nicht auf, nur dir selbst. Was man ich einem solchen Seminar erlernt, sind dann Gesprächstechniken, Blickkontakt zu allen, nicht einzelne fokussieren, typische Dinge wie mit dem Fuß steppen, vermeiden und vieles mehr. Auch wird gelehrt, wie man es schafft, jemanden sofort zu begeistern. Und da wären wir wieder beim Pitch. Ein aussagekräftiges Foto zu Beginn mit passenden Worten unterlegt ist ein Wundermittel.

Ein paar Power-Point Tipps

Wie eben gesagt, Bilder sind sehr wichtig. Die Präsentation sollte daher auch darauf den Schwerpunkt setzen und möglich wenig Text beinhalten. Denn das einfache Ablesen von Begleittexten führt zum Gähnen und möglicherweise sogar zum Einschlafen der Zuhörer. Erkläre möglichst authentisch und frei, was die Bilder der Präsentation aussagen sollen. Binde in deine Worte in einen kleinen Witz oder eine kleine Anekdote zur Unterhaltung ein. Leichtes Stottern ist keine Schwäche, wenn es gelegentlich auftritt. Es macht dich sympathisch und wirkt natürlich. Und wie oben bereits erwähnt, der Blickkontakt ist wichtig, starre nicht ins Leere oder nur auf den Bildschirm. Eine gute Unterstützung durch die richtigen Gesten und die Mimik ist auch sehr hilfreich.

Pecha Kucha

Pecha Kucha (ausgesprochen „petscha kutscha“) ist eine aus Japan stammende Präsentationstechnik. Hinter dem Begriff verbirgt sich so etwas wie „Stimmengewirr oder Geplauder“. Dies ist eine besondere Vortragstechnik. Bei einer Pecha-Kucha-Präsentation verwendet der Vortragende 20 Folien. Jede dieser Folien wird den Zuhörern 20 Sekunden lang gezeigt. Gängige Präsentationsprogramme bieten die Möglichkeit, diesen 20-Sekungen-Timer einzustellen und automatisch nach abgelaufener Zeit die nächste Folie aufzurufen.

Im besten Falle enthalten die vorbereiteten Folien nur Bilder. Die gesamte Pecha-Kucha-Präsentation ist nach exakt 6 Minuten und 40 Sekunden beendet. Pecha-Kucha erfordert daher schon sehr viel Übung. Man muss selbständig die Zeit gut einschätzen können, sonst läuft man Gefahr, dem Vortrag hinterherzulaufen. Du befindest dich bei dieser Präsentationstechnik in einem ständigen Wettlauf mit den Folien. Betrachte das einfach locker als spannende Herausforderung. Dies ist eine der Präsentationstechniken, die sich hervorragend eignet, wenn im Rahmen einer Konferenz viele Präsentationen nacheinander abgehalten werden. In vielen Großstädten gibt es mittlerweile sogenannte Pecha-Kucha-Nights, wo dann 8 und 14 Vorträge nacheinander gehalten werden.

Demonstrationen

Bilder bleiben im Gedächtnis, Worte nicht. Und wenn man dann noch etwas aktiv tun kann, merke ich es mir sowieso. Das ist das, was sich hinter Demonstrationen, eine der weiteren Präsentationstechniken verbirgt. Gibt es aussagekräftige Gegenstände deines Projektes, so zeige diese und lass sie die Zuhörer anfassen. Scheue dich auch nicht, die Zuhörer aufzufordern, selber aktiv etwas zu machen. „Probieren Sie mal den roten Schalter und schauen Sie, was passiert“, könnte eine Anweisung von dir sein. Sei in diesem Bereich kreativ. Und dann wird sich auch der Erfolg einstellen.

Gibt es beispielsweise ein Produkt, das lecker ist und probiert werden kann, dann lass das Publikum probieren. Es ist irgendwie doof, wenn man einen Vortrag über diese vollkommen leckeren Bonbons bekommt, da ja so gut schmecken und man darf sie nicht selber probieren. Jeder Marktschreier weiß das und bietet den Besuchern des Marktes eine seiner Erdbeeren oder Weintraubern zum Probieren an. Jeder Verkäufer auf dem Weihnachtsmarkt macht das intuitiv, ohne in Präsentationstechniken geschult zu sein, wenn man ihn fragt, ob der Honigwein auch lecker ist. Er hat stets ein kleines Pinnchen mit einem köstlichen Schluck für dich bereit. 

Präsentationstechniken in der Praxis

Wenn du nun bis zum Ende gelesen hast, ist es durch diesen Text gelungen, dich nicht zu langweilen. Und zudem bist du auch dem Ziel, selber ein Meister der Präsentationstechniken zu werden, einen kleinen Schritt näher gekommen.


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Eine Antwort zu “Präsentationstechniken: Ein kurzer Überblick”

  1. Eine gute Zusammenfassung an Tipps! Pecha Kucha kannte ich noch gar nicht, das ist wohl die japanische Variante von „in der Kürze liegt die Würze“ 😉
    Ansonsten ist wohl Vorbereitung das A und O, je sicherer man darin ist desto selbstbewusster kann man präsentieren, und dann noch Powerposing vor dem Vortrag, dann sollte nix schiefgehen 🙂

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