Berufsunfähigkeitsrente: So klappt’s mit dem Antrag

Für die Berufsunfähigkeit kann es viele Gründe geben. Vielleicht spielt der Körper nicht mehr mit. Aber auch psychische Erkrankungen tragen dazu bei, dass immer mehr Menschen Ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können. In der Tat sind Depressionen, Angststörungen und Burn-out die häufigsten Gründe für einen Rückzug aus dem Arbeitsleben. Das „Weshalb“ ist für dich als Betroffenen jedoch egal. Jetzt geht es darum, den Antrag auf Berufsunfähigkeitsrente durchzubekommen. Dass das klappt, ist leider alles andere als selbstverständlich.

Statistiken zufolge werden bis zu 20 % der Anträge abgelehnt! Versicherungen setzen alles daran, sich vor ihrer Verantwortung zu drücken, um Kosten zu sparen. Dazu setzen sie ein Team aus Anwälten ein, welches deinen Fall ganz genau prüft. Deshalb ist es sehr wichtig, dass du mögliche Gründe der Ablehnung kennst, um Widerspruch einlegen zu können. Am besten machst du dies mithilfe eines qualifizierten Rechtsexperten an deiner Seite. Nur so kann „Waffengleichheit“ hergestellt werden.

Wann besteht ein Anspruch auf Zahlungen?

Ein Rentenanspruch besteht dann, wenn gesundheitliche Gründe die Weiterarbeit im erlernten Beruf unmöglich machen. Es muss dabei eine Erwerbsunfähigkeit von mindestens 50 % bestehen. Darüber hinaus muss absehbar sein, dass du erst spätestens 6 Monate nach Eintritt der Berufsunfähigkeit wieder zurück zur Arbeit gehen kannst.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass die gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente nur für Personen gilt, die vor dem 1. Januar 1961 geboren wurden. Für alle anderen Arbeitnehmer gilt die Erwerbsminderungsrente. Bei der Bewilligung dieser ist es nur erheblich, ob man überhaupt noch mindestens 6 Stunden am Tag arbeiten kann. Deshalb macht es für jüngere Menschen Sinn, über den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsrente nachzudenken. Ist man nicht entsprechend abgesichert, kann es im Verlauf des Berufslebens schnell problematisch werden. Wenn du z.B mit 50 Jahren aufgrund eines Rückenleidens nicht mehr in deinem Job arbeiten kannst, bleibt oft nur noch der Niedriglohnsektor als Betätigungsfeld. Aber auch mit Zusatzqualifikationen kann es schwierig werden, den verloren gegangenen Lohn komplett auszugleichen.

So stellst du den Antrag richtig

Wenn die Berufsunfähigkeit plötzlich eintritt, ist guter Rat teuer. In der Hektik nach einem Unfall übersehen wir oft wichtige Details. Deshalb macht es Sinn, sich schon jetzt mit dem Thema zu beschäftigen. Der Grund hierfür liegt darin, dass der Versicherungsträger zahlreiche Unterlagen und Bescheinigungen verlangt. Hierzu zählt eine Auflistung typischer Tätigkeiten, die im Arbeitsalltag ausgeführt werden. Natürlich musst du auch ehrliche und genau Angaben zu deiner Erkrankung machen. Es reich nicht aus, einfach zu schreiben, dass man „Rückenschmerzen“ habe. Es bedarf einer ausführlichen Diagnostik durch einen behandelnden Facharzt. Dieser muss in einem Bericht begründen, warum die Berufsunfähigkeit gegeben ist. Doch auch Prognosen über eine mögliche Genesung müssen enthalten sein.

Nur wenn du hier detaillierte und ehrliche Angaben machst, kann die Versicherung mögliche Zahlungen korrekt berechnen. Wer hier lügt, riskiert die komplette Antragsbewilligung!

Darum wird die Berufsunfähigkeitsrente oft nicht bewilligt

Versicherungsträger sind keine Wohltätigkeitsorganisationen. Im Gegenteil: Sie operieren strikt nach dem Prinzip der Gewinnoptimierung. Daher verwundert es nicht, dass immer nach Gründen gesucht wird, den Versicherungsantrag negativ zu bescheiden.

1. Es wird eine Geringfügigkeit der Erkrankung unterstellt

Statistiken der deutschen Versicherer zufolge gehen 31,9 % aller Frühverrentungen aufgrund von Berufsunfähigkeit auf das Konto psychischer Erkrankungen. Naturgemäß lassen sich Depressionen und Co. wesentlich schwerer in ihrer Stärke bestimmen als körperliche Leiden. Dies machen sich Versicherungsträger zunutze. Schnell kommt das Gegengutachten zum Schluss, dass überhaupt keine 50-%ige Berufsunfähigkeit vorliegt! Gerade für depressive Menschen ist es schwer, sich dagegen zu wehren. Hier hilft nur ein medizinisch versierter Rechtsanwalt, der die Leistungen erstreitet.

2. Es wird eine bewusste Täuschung unterstellt

Beim Abschluss einer privaten BU-Versicherung muss man Angaben zum eigenen Gesundheitszustand machen. Nur so kann das Risiko einer späteren Berufsunfähigkeit berechnet werden. Wer hier lügt, um monatliche Zahlungen zu verringern, macht sich der arglistigen Täuschung gemäß § 22 VVG, 123 BGB schuldig. Auch eine bewusste Unterschlagung von Informationen kann zu einer Anfechtung des Vertrages durch den Versicherungsgeber führen. Was viele nicht wissen: Auch Erkrankungen, die nichts mit der Berufsunfähigkeit zu tun haben, müssen angegeben werden. Bei der Antragstellung erhält das Versicherungsunternehmen Zugriff auf deine Gesundheitsakte und kann im Zweifel die Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente verweigern.

Nun kann es aber sein, dass die Anfechtung des Vertrages aufgrund von Arztnotizen geschieht, welche dir überhaupt nicht bekannt waren. In diesem Fall kann von einer bewussten Täuschung keine Regel sein. Auch in einem solchen Fall kann ein Anwalt eingeschaltet werden, um Recht zu erhalten. Besteht die Versicherung jedoch schon länger als 10 Jahre, sind alle Ansprüche des Gegners verjährt. Selbst dann, wenn man beim Abschluss der Police gelogen haben sollte!

Übrigens: Hast du deine Versicherung direkt bei einem Vertreter abgeschlossen, steht dieser mit in der Verantwortung. Hast du ihm im beim Abschluss von bestehenden Leiden unterrichtet, so oblag es ihm diese Information zu verzeichnen. Hat er dies (z. B. aus Fahrlässigkeit) unterlassen, kann man dir keine arglistige Täuschung unterstellen!

3. Es wird Fahrlässigkeit unterstellt

Es ist natürlich auch denkbar, dass man relevante Informationen nicht bewusst unterschlagen hat. Hast du versäumt, notwendige Unterlagen einzureichen, dann kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten (§ 19 Abs. 2 VVG). Dabei sind für ihn allerdings einige Hürden zu nehmen. Zum einen muss auf die Notwendigkeit deiner Mitwirkung bei Vertragsabschluss unübersehbar hingewiesen werden. Zum anderen hat der Versicherer nur eine Frist von 1 Monat, um die Police aufzulösen. Eine Verjährung tritt bereits nach 5 Jahren ein.

Auch wenn die Gründe der Berufsunfähigkeit keinen Zusammenhang zu den fehlenden Informationen haben, muss die Versicherung zahlen.

Dein gutes Recht mit einem Fachanwalt gekonnt einfordern!

Es gibt viele Gründe, warum Zahlungen zur Berufsunfähigkeitsrente nicht genehmigt werden. Aus diesem Grund ist es hilfreich, sich um rechtlichen Beistand zu bemühen. Spätestens dann, wenn es zu einem Konflikt mit der Versicherung gekommen ist. Eine gute Kanzlei mit Spezialisierung auf Versicherungs- und Medizinrecht nimmt sich ihrem Fall gerne an. In diesem Zusammenhang ist es jedoch wichtig, dass eine tatsächliche Expertise besteht. Du solltest dich daher nicht scheuen, dir weitere Informationen zu erbeten. So macht es Sinn zu erfahren, wie viele Fälle im letzten Jahr konkret bearbeitet wurden. Dazu zählen nicht nur Streitigkeiten vor Gericht, sondern auch erzielte Vergleiche.

Auch sollte die Möglichkeit zu einer günstigen oder kostenfreien Erstberatung gegeben sein. In diesem Gespräch kannst du bestehende Fragen beantwortet bekommen, um die Kanzlei besser einschätzen zu können.

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