Motivation im Homeoffice: So bleibst du im Flow!

Motivation im Homeoffice: So bleibst du im Flow!

Das Homeoffice – Fluch und Segen zugleich! Ein Ort freierer Zeiteinteilung, aber auch ein Arbeitsplatz, der besonders stark auf die Fähigkeit zur Selbstmotivation setzt. Genau diese Motivation ist bei Angestellten in den letzten Monaten oft beeinträchtigt worden – zum Beispiel, weil der Kontakt zu Kollegen fehlt. Dazu kommen Herausforderungen besonderer Art, wenn der Computerarbeitsplatz in der eigenen Wohnung liegt. Wie lässt sich das Private vom Familiären sinnvoll abgrenzen? Auch Selbständige und Freiberufler stehen vor diesen Aufgaben und müssen sich täglich selbst motivieren, wenn sie an den Home-Arbeitsplatz gehen. Wie gelingt Motivation im Homeoffice am besten?

Zunächst die Grundfrage – was ist überhaupt Motivation?

Motivation ist ein Handlungsimpuls. Das Wort stammt von lateinisch „movere“ und beschreibt den eigenen Antrieb, etwas „bewegen“ zu wollen – ein Ziel erreichen, Veränderung erschaffen, Aufgaben bewältigen. Motivation ist die psychische Kraft und Energie zu dieser Handlung. Diesem Tatendrang liegen Motive zugrunde. Das können extrinsische, also von außen kommende Motive sein wie der Stundenlohn oder Leistungs- und Kündigungsdruck.

Es gibt aber auch intrinsische Motive, das sind persönliche Handlungsmotive, die im eigenen Inneren entstehen. Dazu gehören Neugierde und Freude an der Arbeit, Kreativität oder die Lust an Herausforderungen. Wem also die Motivation im Homeoffice fehlt, erlebt die Motive nicht mehr, die zum Handeln antreiben. Dafür gibt es situationsbezogene Gründe. Im Homeoffice kann es zum Beispiel vorkommen, dass die eigenen Kinder die Arbeit unterbrechen.

Danach ist der Faden weg. Man muss in die Aufgabe zurückfinden und es entsteht ein Mehraufwand, der das Erfolgserlebnis trübt. Es können aber auch dauerhafte Motivationsprobleme vorliegen – beispielsweise bei permanenter Arbeitsüberlastung. 

Persönliche Analyse – Grundprobleme bei der Motivation erkennen 

Vielleicht bemerkst du, dass du dich nicht ausreichend zur täglichen Arbeit im Home-Office motivieren kannst. Die erste Frage lautet dann: Handelt es sich um ein grundsätzliches Problem? Erlebst du das dauerhaft oder ist es erst vor einiger Zeit entstanden? Fehlt die Motivation im Homeoffice nur manchmal oder zu bestimmten Tageszeiten? Diese Selbstbeobachtungen bringen dich auf die erste Spur, wo die Ursachen stecken könnten. Wenn du ein generelles Motivationsproblem hast, liegen die Gründe wahrscheinlich im eigenen Mindset.

Es gelingt dir dann nicht ausreichend, deine Motive für die Arbeit zu erkennen und bewusst zu verfolgen. Hattest du früher nie Motivationsprobleme, aber seit einiger Zeit fällt dir die Arbeit immer schwerer? Dann haben sich wahrscheinlich Veränderungen in deiner persönlichen Arbeits- und Lebenssituation ergeben, die dich stressen oder bedrücken. Tauchen Motivationsprobleme zu bestimmten Tageszeiten auf, fehlt wahrscheinlich eine gute Balance von Arbeitszeit und Pausen. Bei unregelmäßig wiederkehrenden Durchhänger-Phasen liegt eventuell ein Organisationsproblem vor. 

Die wichtigsten Motivationsfragen

Um den Ursachen bei Motivationsproblemen auf die Spur zu kommen, kannst du dir einige Fragen stellen. Beispielsweise:

  • Welche Ziele und Bedürfnisse treiben mich eigentlich meiner Arbeit an? 
  • Machen mir meine Aufgaben tatsächlich Freude? Oder langweilen sie mich? Ist das immer so oder nur bei einer bestimmten Aufgabe?
  • Wie fühle ich mich ganz allgemein? Bin ich fit? Geht es mir gut? Oder erlebe ich viel Müdigkeit? Stress? Kann mich schlecht konzentrieren?
  • Lenken mich Familienmitglieder ab und ich beginne damit, Aufgaben vor mir herzuschieben?
  • Was hemmt mich eigentlich genau? Warum spüre ich keine guten Motive für meine Arbeit? 

Wenn du dir solche oder ähnliche Fragen ehrlich beantwortest, wird dir bewusster, was deinen Antrieb zur Arbeit fördert oder blockiert. Das ist die Voraussetzung, um Selbstverantwortung für deine Situation übernehmen zu können. 

Bist du intrinsisch oder extrinsisch motiviert? 

Vieles siehst du noch klarer, wenn du dir eine Liste an intrinsischen und extrinsischen Motiven vorlegst, die dich zur Arbeit bewegen: 

Beispiele für intrinsische Motive:

  • Empfinde ich spannende Herausforderungen und lerne durch die Aufgaben etwas dazu?
  • Machen mich bestimmte Arbeitsgebiete immer wieder neugierig?
  • Kann ich meine Fähigkeiten bei der Arbeit entfalten und spüre selbst, wie produktiv ich bin und wie viel Freude das macht? 
  • Bin ich ohne Lob von außen zufrieden, wenn mir mein Arbeitstag gelingt und ich ein gutes Ergebnis hervorgebracht habe? 

Beispiele für extrinsische Motive:

  • Leistungsaufwand und Stundenlohn stimmen sehr gut überein. Mein Gehalt spiegelt die Wertschätzung für meine Arbeit. 
  • Viele Kollegen sind krank oder aktuell gibt es viel Mehrarbeit, die auch entsprechend höher entlohnt wird.
  • Ich stehe unter Leistungs- und Kündigungsdruck und will durch gute Leistungen Probleme für mich vermeiden. 
  • Wenn ich besonders viel schaffe, erlebe ich Wertschätzung und habe eine Beförderung in Aussicht.  

Mit diesen Fragen erkennst du, ob sich eher deine Arbeitssituation oder deine eigene Herangehensweise an die Arbeit verbessern sollte.  

Das passende Mindset für Flow im Home-Office 

Intrinsische Motive sind sehr wichtig für eine aktive Arbeitseinstellung. Wenn es daran fehlt, kommt einem die Arbeit schnell fremdgesteuert vor. Echter Flow entsteht, wenn die inneren Motive und die Tätigkeit quasi verschmelzen. Man empfindet dann nicht mehr, dass man eigentlich arbeitet. Die Tätigkeit fühlt sich befriedigend und erfüllend an. Eine Grundvoraussetzung dafür sind positive Gedanken.

Die unausgesprochenen Sätze im Kopf können sehr unterschiedlich lauten. Entweder: „Oh je, jetzt liegen wieder acht Stunden langweilige Arbeit vor mir.“ Oder: „Das wird heute ein toller Arbeitstag!“ Jeder Satz löst gegensätzliche Empfindungen aus. Der erste Satz weckt vor Arbeitsbeginn den Eindruck, dass sich der Tag zäh und lang wie Kaugummi hinziehen wird. Der zweite Satz setzt direkt ein Gefühl von Tatkraft frei.

Welche Gedanken man sich im Kopf zurechtlegt, hat deshalb sehr großen Einfluss auf die Motivation im Homeoffice. Mit dem richtigen Mindset stärkt man die eigene Antriebskraft und kommt schnell in einen Flow. Am besten hilft es, sich gedanklich auf alles zu beziehen, was einem leicht und gut gelingt. 

Eine gesunde Pausenkultur entwickeln

Gerade am Computerarbeitsplatz ist es wichtig, spätestens alle 90 Minuten eine kleine 5-Minuten-Pause einzulegen. Es hilft, sich kurz zu strecken und die Augen eine Weile vom Bildschirm wegzurichten. Du solltest aufstehen und ein bisschen herumlaufen, damit der Körper nicht zu müde wird. Auch für den Rücken ist das eine Entlastung. Achte darauf, immer genug Wasser zu trinken. Gerade im Winter oder bei einsetzender Frühjahrsmüdigkeit sind Wasser und ausreichende Bewegung sinnvoll. Am wirkungsvollsten ist der Aufenthalt im Freien. Gerade das Home-Office mit der freien Zeiteinteilung erlaubt Pausen für gesunde körperliche Aktivität. Egal, ob es draußen regnet, stürmt oder die Sonne scheint. Das natürliche Tageslicht im Freien sowie die frische Luft halten dich aktiv und unterstützen das gesunde Wohlbefinden. 

Drei gute Tricks für die Motivation im Homeoffice

Im Flow bleiben, gut organisiert sein und den Tag gut gelaunt beginnen – dafür gibt es drei gute Tricks:

1. Keine Ablenkungen zulassen

Produktive Arbeitsphasen voller Flow und Motivation im Homeoffice entstehen, wenn du absolut fokussiert bist. Diese Konzentrationsphasen werden allerdings leicht unterbrochen. Dazu reicht ein klingelndes Handy oder kleine Pop-Ups, die eingehende E-Mails oder Newsletter anzeigen. Für eine ablenkungsfreie Arbeit ist es nützlich, wenn man Nachrichtenmeldungen blockiert und sein Handy stumm schaltet. 

2. Aufgaben visualisieren

Aufgaben werden effektiver abgearbeitet, wenn man zu Beginn des Tages alle anstehenden Tagesprojekte im Blick hat. Das gelingt am einfachsten mit einer Visualisierung – beispielsweise einer To-Do-Liste. Diese Stichwortsammlung kann man zusätzlich nach Wichtigkeit oder Dringlichkeit sortieren und dann schrittweise abarbeiten. Du kannst auch Zeitboxen erstellen und zusammenhängende Tätigkeiten in einer bestimmten Zeitspanne erledigen. Die wichtigste Aufgabe sollte immer zu Beginn des Tages bearbeitet werden. Schiebst du sie stattdessen vor dir her, verursacht das unterschwelligen Stress, der Motivation im Homeoffice blockieren kann.  

3. Mehr Motivation im Homeoffice durch Morgenroutine

Was sich oft bewährt, ist eine Morgenroutine. Dabei schenkst du dir am Tagesbeginn ein kleines Zeitfenster zur eigenen freien Verfügung. Du kannst diese Zeit für diverse Zwecke nutzen. Vielleicht möchtest du meditieren oder deinen Gedanken beim Tässchen Tee nachhängen? Hilfreich ist es meistens, sich auf den heutigen Tag zu konzentrieren und die eigenen Ziele zu stecken. Um sich auf den Tag gut vorzubereiten, helfen Fragen wie diese: „Was möchte ich heute erreichen? Was ist mir wichtig? Auf welchen Moment freue ich mich heute am meisten?“ So entsteht schon morgens eine innere Motivation, die sich auf den ganzen Tagesablauf richtet.  

Mit diesen Tools laufen die Arbeitstage fokussiert, motiviert und gut organisiert ab. Das steigert die Produktivität und damit auch die allgemeine Motivation im Homeoffice. 


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