Bewerbungsanschreiben: 10 Tipps wie du mit deiner Bewerbung punktest!

Das Bewerbungsanschreiben ist deine Visitenkarte und Aushängeschild (zusätzlich zum CV) zu deinen Skills und Leistungen. Auch, wenn nicht alle Unternehmen ein Bewerbungsanschreiben akribisch studieren, weil hier gewisse Standards vorherrschen, und sich vor allem auf den Lebenslauf konzentrieren, ist das Bewerbungsanschreiben der Türöffner, damit deine Bewerbung überhaupt in Betracht gezogen wird.

Mit diesen 10 Tipps bist du für alle Eventualitäten vorbereitet und stichst garantiert aus den richtigen Gründen aus der Masse heraus.

1. Fehlerfreie Rechtschreibung im Bewerbungsanschreiben

Für dein Bewerbungsanschreiben ist es unerlässlich, dass sich weder Rechtschreibfehler noch Flüchtigkeitsfehler darin finden. Um korrekte Rechtschreibung zu garantieren, kannst du auf klassische Textverarbeitungsprogramme zugreifen und über den Reiter „Überprüfen“ die Funktion „Rechtschreibung und Grammatik“ wählen. Toll sind aber auch Online-Tools wie https://languagetool.org/de, die eine richtig gute Prüfung bieten.

Flüchtigkeitsfehler schleichen sich selbst bei professionellen Schreiben ein, deswegen darfst du dein Bewerbungsanschreiben auf keinen Fall direkt nach der Fertigstellung abschicken.

Besser: Sofort Korrektur lesen, dann als Entwurf speichern, und mit etwas zeitlichem Abstand nochmal im Detail durchlesen. Besonders sinnvoll: Lass dir von einer Person mit guten Rechtschreibskills und überzeugendem Wortgespür helfen, damit diese dein Schreiben ebenfalls durchliest und dir konstruktives Feedback gibt.

2. Sinnvoller Aufbau und logische Struktur

Obwohl ein gesundes Maß an Individualismus für dein Bewerbungsanschreiben von Vorteil sein kann, solltest du dich an etablierte Standards in puncto Formalität, Aufbau und Struktur halten. Das zeigt, dass du deine Bewerbung ernst nimmst und für Qualität stehst.

Etabliert hat sich zum Beispiel die folgende Struktur:

1. Absatz: Warum schreibst du, wie hast du die Ausschreibung gefunden, für welche Stelle bewirbst du dich

2. Absatz: Was bietest du, die wichtigsten Beispiele aus deiner Arbeitserfahrung und deinen Leistungen, Kernkompetenzen (mit Verweis auf deinen Lebenslauf)

3. Absatz: Dein Wissen über und dein Interesse an der Firma, was du über das Business weißt und wie das zum Unternehmen passt bzw. für das Unternehmen relevant sein könnte

4. Absatz: Abschließende Kommentare, knappe Zusammenfassung zu deiner Bewerbung, Hinweis auf Verfügbarkeit

3. Klare, aber nicht überzogene Überzeugung von den eigenen Qualitäten

Ganz klar: Niemand mag Blender und auch Arroganz hat in einem Bewerbungsanschreiben nichts verloren. Wenn du aber weißt, dass du ein*e außergewöhnliche*r Kandidat*in für die ausgeschriebene Position bist, kannst du klar hervorstreichen, warum dies so ist: „Ich denke, dass ich die geeignetste Kandidatin für Ihre ausgeschriebene Stelle bin, denn ich …“. 

Auch in den Schlussworten kannst du statt Zurückhaltung über Sätze wie „Ich würde mich freuen, wenn Sie mich einladen würden“ deine Überzeugung über deine Eignung klar zum Ausdruck bringen: „Aus diesem Grund freue ich mich auf ein persönliches Kennenlernen“. 

Vor allem in großen Unternehmen gibt es unzählige Ausschreibungen zu verschiedenen Stellen. Damit du den Recruitern das Leben und die Zuordnung der Bewerbungen leichter machst und damit auch gleich zeigst, wie organisiert du bist, solltest du auf jeden Fall im Betreff wie auch ersten Paragraf im Bewerbungsanschreiben die Referenzen für das Job-Inserat nennen.

Im Anschreiben selbst kannst du zum Beispiel auf den Job-Link verweisen: „Durch Ihr Inserat auf EXAKTER_LINK bin ich auf Ihr Unternehmen aufmerksam geworden und möchte mich für die Stelle als XYZ bewerben.“ Auch Inserat-Nummern und Referenznummern kannst du in deinem Schreiben (vor allem im Betreff) erwähnen.

5. „Wie telefonisch bereits mit XY besprochen.“

Oftmals gibt es für besonders tolle und rare Ausschreibungen wesentlich mehr Bewerber*innen, als dir vielleicht lieb ist. Das Wichtigste für solche Bewerbungen ist natürlich die Passgenauigkeit mit deinen Leistungen, aber wenn du dir einen Vorteil verschaffen willst, lohnt sich oftmals auch der Verweis auf bestehenden persönlichen Kontakt.

Im Idealfall hattest du bezüglich der Stelle schon persönlichen Kontakt mit einer der verantwortlichen Personen. Wenn dem nicht der Fall ist, lohnt es sich, telefonisch mit der Kontaktperson im Inserat Kontakt aufzunehmen.

Du solltest dieses Gespräch nützen, um direkt Rückfragen zur Stelle, zu besonderen Bedingungen oder bestimmten Elementen in der Ausschreibung zu stellen. In jedem Fall kannst du aber hier auch dein starkes Interesse betonen und dafür sorgen, dass dein Name im positiven Sinne bereits bekannt ist.

6. Website mit deinen besonderen Leistungen (am besten mit Passwort)

Du bist nicht nur die geeignetste Person für den Job, sondern kannst dies auch klar mit besonderen Leistungen belegen? Dies gilt vor allem für jede Art von Auszeichnungen, Pressemeldungen oder Interviews zu deiner Person, Videos, Aushängen zu Vorträgen und Publikationen, oder aber auch besonderen Erwähnungen in Job-Netzwerken.

Die eleganteste Art, diese Leistungen mit den Recruitern zu teilen, ist es, wenn du deine eigene Website hast, auf der du die Screenshots zu den Leistungen in einer Bildergalerie teilst.

Die meisten Website-Anbieter bieten dir auch die Möglichkeit, dies passwortgeschützt zu teilen, damit nicht jeder im Internet darauf Zugriff hat – also kannst du so den Link zu deinen Leistungen mit einem (zum Beispiel zeitlich begrenzten) Passwort in der Bewerbung anführen.

Wenn du noch keine eigene Website hast, oder aber deine Haupt-Website nicht für diese Bewerbung „verbrauchen“ willst, bieten Anbieter oft auch gratis Subseiten unter deiner Domain, die du individuell für die Bewerbung gestalten kannst.

7. Video-Bewerbung als Anhang

Du willst positiv aus der Masse hervorstechen und deine Kommunikationsfähigkeit, deine Ausdrucksstärke oder dein Talent zum Ausdruck bringen? Dann ergibt es Sinn, deiner Bewerbung ein kurzes (maximal 2 Minuten langes) Bewerbungsvideo hinzuzufügen.

Dieses muss sehr gut geübt sein, denn du solltest sowohl eloquent als auch professionell wirken, aber keinesfalls vom Blatt vorlesen oder auswendig gelerntes „runterbeten“.

Wichtig ist auch, dass du bei der Kleidung auf die Business-Knigge achtest in puncto Stil und Sauberkeit und auch die Umgebung in deinem Video dazu passend ist (also private Gegenstände entfernen, Unordnung beseitigen, neutraler Hintergrund).

Die richtige Beleuchtung (vor allem warme, indirekte Beleuchtung) setzt dich perfekt in Szene, ohne zu hart zu wirken oder unvorteilhafte Effekte hervorzurufen. Und auch hier gilt mehr denn je: Gib die Erstversion dieses Videos an gewählte Personen in deinem Umfeld weiter, damit sie dir konstruktives Feedback geben können.

8. Verweis auf Job-Netzwerke

Du hast auf einer beeindruckenden Konferenz gesprochen oder wurdest für eine starke Leistung auf Medien wie LinkedIn oder Twitter getaggt? Dann sollten die Links und oder Screenshots dieser Einträge auf jeden Fall in deine Bewerbung einfließen.

9. Testimonials

Nach einer besonderen Leistung hast du außerordentliches Lob bekommen, oder haben dir ehemalige Kund*innen sogar eine offizielle Referenz ausgestellt? In diesem Fall solltest du diese „Testimonials“ in deinem Bewerbungsanschreiben auf jeden Fall erwähnen und, falls das mit deinen Testimonials so abgesprochen ist, auch auf Rückfragen an diese Personen verweisen.

10. Verfügbarkeiten und Zeiten angeben (für Rückfragen, Terminvereinbarung etc.)

Gerade, wenn du dich noch während eines aktiven Jobs für eine neue Stelle bewirbst, kann es zu zeitlichen Überschneidungen zwischen alter und neuer Welt kommen. In diesem Fall ist es sinnvoll, deinem Anschreiben einen Hinweis auf deine Verfügbarkeit hinzuzufügen, zum Beispiel: „Aufgrund meiner hohen beruflichen Auslastung bin ich derzeit vor allem per E-Mail bestmöglich zu erreichen.“ 

In bestimmten Ausnahmefällen macht es so auch Sinn, deine telefonische Erreichbarkeit einzugrenzen, damit Recruiter nicht umsonst bei dir anrufen, wenn du diese Anrufe aber gar nicht entgegennehmen kannst: „Für telefonische Rückfragen stehe ich gerne zwischen 14h und 16h zur Verfügung“.

Das Bewerbungsanschreiben: Kurz und bündig

Insbesondere, wenn sich in deinen Bewerbungsunterlagen neben deinem CV auch noch zusätzliche Informationen wie Bewerbungs-Website, Video oder Verweise auf Testimonials befinden, solltest du darauf achten, dass dein Anschreiben nicht zu lange ist (maximal ca. 250 Wörter).

Konzentriere dich in deinen Aussagen also auf das Wesentliche, lasse keine wichtigen Details aus, aber halte dein Bewerbungsanschreiben dennoch kurz und bündig – für den perfekten ersten Eindruck.

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